Kurzfilm

Imagine a world without fantasy

Kurzbeschreibung

Unser Projekt

Mit unserem Film stellen wir drei Altersstufen und den jeweiligen Umgang mit ihrer Fantasie dar. Ein Kind, ein junger Erwachsener  sowie ein alter Mensch erleben dieses wertvolle Gedankengut in unterschiedlicher Form, Intensität und inhaltlichen Bedeutung. Dabei geht es uns darum, zu einer intensiveren Auseinandersetzung und Erhaltung von Fantasie zu animieren und den aktuellen Stand unserer heutigen Gesellschaft diesbezüglich kritisch zu betrachten. In einer Welt wie der unseren kommt es immer weniger auf den individuellen Geist als auf eine hörige und arbeitsame Masse an. Dieser Strömung wollen wir uns entgegenstellen und einen Apell des Erhalts und Suche nach der Fantasie an all die Menschen richten, die sie auf ihrem Weg vergessen oder verloren haben.
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Imagine a world without fantasy

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Interpretationshilfe

Tiefgehendere Informationen

Mit einem Klick auf die folgenden Altersstufen erhalten Sie einige unserer Gedanken zu den einzelnen Themembereiche in unserem Film. Wir empfehlen jedoch, sich unseren Film zuerst unvoreigenommen anzuschauen und die eigene Fantasie dazu spielen lassen 😉
Kindheit
Schon den Kindern wird in der Schule und dem allgemeinen Umfeld das eigenständige, freie Denken aberzogen. Stattdessen ist es ihre Aufgabe, vorgabengerecht zu interpretieren. Fantasie und eigene Ideen werden nicht unterstützt. Gerade bei dieser tragischen Entwicklung im Erziehungsprozess wird von uns ein Umdenken gefordert. Indem wir vier Kinder in unserer ersten Geschichte zunächst eine detaillierte und liebevoll ausgeschmücke Fantasiewelt erleben lassen, zeigen wir den Ausgangspunkt dieser Entwicklung, den es zu bewahren gibt – und den man als Eltern nicht unterbinden sollte.
Jugend
Ebenso möchten wir den dramatischen Verlust der Ureinwohner Amerikas thematisieren, die schuldlos einen gesamten Kontinent verloren, obwohl ihre Gedankenwelt ein viel größerer Quell der Fantasie, Empathie und freundlichen Lebenswelt ist als die unsere es jemals war. Dazu erzählen wir als Metapher für die Identitätssuche in der Pubertät die Geschichte eines jungen Mannes native amerikanischen Ursprungs, der bei Pflegeeltern großgeworden ist und nun herausfinden möchte, wo er ursprünglich herkommt. Sein Weg ist ein Beispiel für die Unterdrückung der Fantasie durch diverse Institutionen. Er ist zwar theoretisch noch dazu in der Lage, sich in seine „Traumwelt“ zu fantasieren, wird aus ihr jedoch immer wieder brutal herausgerissen und muss sie letztendlich ganz aufgeben, um sich den Bedingungen unserer Welt hinzugeben.
Alter
Der dritte Punkt, den wir ansprechen wollen, ist der, dass wir im hohen Alter beinahe unsere gesamte Fantasie an die Gesellschaft verloren haben. Das einzige, das sich unser eigentlich einsamer Protagonist noch vorstellen kann, ist ein Leben, das unser Umfeld als Optimum vorgibt, frei nach dem Motto: „Frau, Kinder, Haus“. Dabei erscheint die Fantasie weniger als Fantasie, sondern vielmehr als Teil der bestehenden Welt in Form einer Erinnerung.
Recherchearbeit

Interviews mit Kindern

Als Designer und Filmemacher war und ist es uns immer ein großes Anliegen, Geschichten möglichst lebensnah zu erzählen. Die Ideen, die wir zum Thema Fantasiewelt hatten, sollten dort entstehen, wo sie noch uneingeschränkte Kraft haben – in den Köpfen der Kinder! So entschieden wir uns dazu, als Basis für unser Konzept Interviews mit Kindern zu führen, deren kreative Welten dann in die Darstellung der unseren einfließen sollte. Die Ergebnisse sehen Sie nun endlich online.

Gerald Hüther & Richard David Precht

Inspirationen

Die Denkweisen und Ansätze von Gerald Hüther und Richard David Precht haben mich schon immer begeistert und so kam es dazu, dass die Idee zu „Imagine a world without fantasy“ erst durch ein Gespräch der beiden (hier selbst anhören) wirklich Gestalt annahm, da ich mich in meinen Gedanken bestätigt sah, dass es die Notwendigkeit gibt, der Fantasie in unserer heutigen Welt wieder einen Anstoß zu geben. Sie motivierten mich zudem, mit diesem Projekt zu einer intensiveren Auseinandersetzung und vor allem der Erhaltung von Fantasie über die ganze Spanne des Lebens zu animieren und den aktuellen Stand unserer heutigen Gesellschaft diesbezüglich kritisch zu betrachten. Ein Thema zwischen Hüther und Precht war der Ansatz, dass in unserem Schulsystem Anpassungsfähigkeit und vorgabengerechtes Lernen belohnt wird, eigenständiges, freies, fantasievolles Denken dagegen ist nicht gefordert, wird meist sogar unterdrückt, obwohl dies doch der Grundstein für eine positive, individuelle Entwicklung zu einem unabhängigen Geist und einer interessierten Gesellschaft ist – so Hüther & Precht. Diese Erkenntnis hat mich zum Nachdenken angeregt, denn was das Fehlen dieser Eigenschaften mit unserem Umfeld macht müssen wir aktuell alle am eigenen Leib erfahren. Mit „Imagine a world without fantasy“ sollte also ein Film entstehen, der – ohne jegliche dokumentarische Doktrine, sondern in Form eines vollkommen Interpretationsfreiraum bietenden, erzählerischen Rahmens – den Rezipienten dazu veranlasst, das Kind und seine Möglichkeiten wieder ein wenig mehr in sich zu entdecken.
zum Thema

persönliche Worte

„Ich bin als Tochter einer ambitionierten  Erzieherin ständig mit verschiedenen Methodiken und ihren Problempunkten im Hinblick auf die kindliche Entwicklung konfroniert gewesen und habe mich deshalb früh damit auseinandergesetzt, was unserer Gesellschaft fehlt, um unsere Kinder zu dem heranwachsen zu lassen, was sie alles sein könnten. Für mich gibt es kein größeres Glück, als ein Kind in seiner grenzenlosen Unbefangenheit und fröhlichen Unbeschwertheit beobachten und begleiten zu dürfen. Ich persönlich hatte das Glück, eine (fantasie)erfüllte Kindheit zu erleben, stelle jedoch fest, dass dies immer weniger Kindern vergönnt ist. Diesem Trend muss sich entgegengestellt werden, um all das Gut, das ein kleines Herz noch in sich trägt, bewahren zu können. Nur so können wir zu einer Gesellschaft werden, die offen ist für Neues, die keine Angst hat vor Veränderung und die kreativ genug ist, Lösungen für alle Probleme zu finden.“